Dependance Erkrath eG
Stand: 28. Januar 2023 - © 2023 - Dependance Erkrath eG
p r o j e k t b e s c h r e i b u n g Bauvorhaben DEPENDANCE der Wohngenossenschaft Dependance-Erkrath eG. in Erkrath-Hochdahl, Schmiedestraße. Das geplante Gebäude ist als selbstgenutztes genossenschaftliches Wohnobjekt mit 21 Wohnungen unterschiedlicher Größe zwischen 55 und 110 m², darunter 7 öffentlich gefördert, mit Gemeinschaftsraum und Gästeappartement konzipiert. g r u n d s t ü c k s d a t e n Das Baugrundstück ist ein ca. 3.000 großer Teil eines für die Erweiterung der vormaligen Schulnutzung Schmiedestraße vorgehaltenen ca. 15.000 großen Areals im Stadtteil Millrath. Wegen der Neigung der Geländeoberfläche vom Eingangsbereich im Nordwesten nach Südost entsteht ein Höhenunterschied von ca. 3,50 m. Demzufolge ragt das Kellergeschoss des geplanten Gebäudes an seiner Südseite vollständig aus dem Gelände und kann dort als Gartengeschoss ebenfalls zu Wohnzwecken genutzt werden. Die programmatischen Eckdaten werden überschrieben mit barrierefrei, klimagerecht, energieeffizient, CO2 neutral, nachhaltig, sozial ausgeprägt. Das geplante Gebäude überbaut maximal ca. 715 m² Grundstückfläche und besteht aus fünf Ebenen: Kellergeschoss (im Süden als Gartengeschoss), Erdgeschoss mit Gemeinschaftseinrichtungen, zwei Obergeschosse mit Wohnungen und Gästeappartement und einem Staffelgeschoss mit drei Wohnungen. Es gliedert sich in zwei Flügel, die durch einen 3,60 m breiten offenen Er- schließungsflur verbunden sind. Der gesamte Erschließungsbereich wird mit zwei separaten Treppen und einem Aufzug erschlossen. Die Ausdehnung des Gebäudes in Ost-West Richtung beträgt ca. 39 m, in Nord-Süd Richtung ca. 33 m. Die Höhe des Gebäudes im Eingangsbereich bis OK-Attika ist 12,85 m, die Brutto-Geschossfläche ca. 2.500 qm. g e b ä u d e p l a n u n g Das Gebäude ist insofern ein Experimentalbau, als sämtliche Wohnungen komplett aus massivem Brettschichtholz in industriell vorgefertigten Raummodulen bestehen. Die Module sind je-weils 3,20 m breit, 3,10 m hoch und zwischen 4,00 und 9,00 m lang. Dabei sind die Grundrisse individuell unterschiedlich ausgeprägt, standardisiert sind lediglich die Sanitäreinheiten und viele Bauelemente wie Fenster und Türen usw. Die Module werden mit kompletter Innenausstattung, Fenstern, Türen und vorgesehener Wärmedämmung auf die Baustelle angeliefert und dort montiert. Die Dämmstärke wird bemessen am aktuell förderfähigen Energiehaus- Standard. Diese Bauart mit individuellen Grundrissen unterscheidet sich daher von herkömmlichen überwiegend gleich gestalteten modularen Raumzellen, z. B. für Wohnheimbau, Hotel- oder KiTa- und Schulnutzung. Der Eingangsbereich mit Aufzug und Treppe besteht aus Stahlbeton. Dies dient dem vorbeu genden Brandschutz und zur Gebäudeaussteifung. Die in den jeweiligen Ebenen anschließenden Flure bestehen aus Betonplatten, die auf Stahlrahmen im Träger-/Stützenraster von 3,23 m aufliegen. Diese Bereiche bleiben nach Süden und Norden offen und dienen der Durchlüftung des Gebäudes und Querlüftung sämtlicher Wohnungen. Innerhalb der Flure verläuft unter den Decken die horizontale Verteilung der haustechnischen Installationen in zwei gedämmten Kanälen, so dass innerhalb der installierten Raumzellen (Wohnungstrennwand übergreifend) keinerlei Versorgungsschächte notwendig sind. Die Fassaden bestehen ebenfalls aus vorgefertigten, raumhohen Holzelementen, die überwiegend mit senkrechter Holzschalung, teilweise auch mit Faserzementplatten bekleidet wer den. Flachdächer schließen die jeweils oberen Module ab, diese werden mit einer extensiven Begrünung versehen, die den Ablauf des Regenwassers regulieren und nicht betreten werden können. Das Kellergeschoss wird in der tragenden Konstruktion konventionell und den dem Hang zugewandten Abschlüssen aus wasserdichtem Beton errichtet. Die Kellerdecke dient als „Montagetisch“ für die ab dort aufzurichtenden Module in vier Ebenen. Die Balkone für jede Wohnung sind jeweils ca. 10 groß und werden als vorgefertigte Alu-Trägerkonstruktion nach Fertigstellung geschossweise der Fassade als Türme vorgebaut. Sämtliche Balkone und Terrassen haben Südausrichtung. n a c h h a l t i g k e i t Die Flachdächer der Balkone, Terrassen und des Erschließungskernes werden mit Photovoltaik-Systemen bestückt. Die Oberflächenwässer der Dachflächen und von allen versiegelten Zufahrten und Höfen, auch von der neuen öffentlichen Erschließungsstraße, werden durch bauliche Maßnahmen auf dem eigenen Grundstück zurückgehalten und versickert. Die Versiegelung der Flächen wird auch durch eine Reduzierung der notwendigen Kfz-Stellplätze vermindert. Anstelle der hier nachzuweisenden 17 Stellplätze sollen nur 13 Stellplätze errichtet und die übrigen Bedarfe durch ein verbindliches Mobilitätskonzept für die Bewohner abgedeckt werden. Dies beinhaltet die allgemeine Verfügbarkeit von zwei von der Genossenschaft vorgehaltenen Elektro-PKW und mehrerer ÖPNV-Tickets, sowie E-Fahrrädern. Insge samt werden 40 Stellplätze für Fahrräder nachgewiesen. Die Heizwärmeversorgung erfolgt über einen Anschluss an das kommunale Fernwärmenetz. Die Genossenschaft als Bauherr entwickelt das Projekt als „Besonderes Gebäude“ u. a. um die Machbarkeit der industriellen Vorfertigung im Holzbau zu belegen und dabei auch einen Beitrag zur Erschließung zukünftiger Bauformen zu leisten. Die Verwendung von Holz als Baustoff verstärkt durch seine Nachhaltigkeit die Klimagerechtigkeit wesentlich und kann den im Bauwesen auftretenden CO2-Ausstoß erheblich reduzieren. Langfristig soll es dazu führen, den Wohnungsbau rentabler zu machen und womöglich den Preisanstieg durch die industrielle Anwendung und die dadurch reduzierte Personal- und Zeitschiene einzudämmen. Das Projekt wird hierfür Anhaltspunkte liefern, es ist nicht gewinnorientiert. Das hier in die Planung eingebundene Holzbauunternehmen ist als erstes Unternehmen seiner Art „Cradle to Cradle Certified“, ein Produktstandard, der die Kreislauffähigkeit und Nachhaltigkeit weltweit bewertet. Das Projekt wurde zunächst entwickelt, um dem in Hochdahl zunehmend auftretenden Phänomen der Alleinbewohner in Einfamilienhäusern Abhilfe zu verschaffen, indem den Betroffenen ein Angebot zum Wechseln in die hier vorgesehene Wohnform mit barrierefreien Wohnungen und einer sozial begründeten Nachbarschaft macht. Die zukünftigen Bewohner hatten sämtlich Gelegenheit im Rahmen der Möglichkeiten an der Ausgestaltung „ihrer“ Wohnungen mitzuwirken. Die 21 angebotenen Mietwohnungen sind aktuell zu 90% vergeben, davon werden 10 WE den o. a. Ansatz gerecht und dadurch 10 Einfamilienhäuser für eine jün gere Generation freigemacht. Dies ist ein nachhaltiger Ansatz, um die Bevölkerungsstruktur und die Infrastruktur in den EFH-Gebieten ausgewogen zu erhalten. Erkrath, 1. März 2022 Dipl. Ing., Ing. grad. Wolfgang E. Teiwes
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